Doppelfenster

Doppelfenster bestehen aus zwei hintereinanderliegenden Fensterrahmen, die durch einen Zwischenraum getrennt sind. Sie wurden vor allem vor der Einführung moderner Isolierverglasung verwendet, sind aber auch heute noch in speziellen Anwendungsfällen – etwa im Denkmalschutz oder bei erhöhtem Schallschutzbedarf – von Bedeutung.

Doppelfenster

Aufbau und Eigenschaften von Doppelfenstern

Doppelfenster bestehen aus einem Innen- und einem Außenfenster, die in separaten Flügelrahmen hintereinander angeordnet sind. Zwischen ihnen befindet sich ein Luftzwischenraum, der wärme- und schalldämmend wirkt. Anders als bei modernen Isolierglasfenstern sind die beiden Scheiben nicht in einem gemeinsamen Rahmen oder Glasverbund integriert.

Typische Merkmale:

  • Zwei getrennte Flügel: meist jeweils mit eigenem Beschlag und Dichtung
  • Luftspalt zwischen den Fenstern: dient als Dämmebene
  • Unterschiedliche Öffnungsrichtungen: z. B. innen drehbar, außen klappbar

Der Dämmwert hängt stark vom Abstand der beiden Flügel, der Dichtung und der Scheibenart ab. Gut erhaltene Doppelfenster können Wärmeschutzwerte vergleichbar mit modernen Fenstern erreichen – insbesondere bei Nachrüstung mit Dichtungen und Wärmeschutzglas.

Vorteile, Varianten und Einsatzbereiche

Auch wenn Doppelfenster heute durch Isolierglasfenster weitgehend ersetzt wurden, haben sie weiterhin ihre Berechtigung – insbesondere in denkmalgeschützten Gebäuden oder bei besonderen Anforderungen an Schallschutz.

Vorteile von Doppelfenstern:

  • Hervorragender Schallschutz: Der Luftzwischenraum wirkt als effektiver Schalldämpfer
  • Historische Authentizität: Wichtig in Altbauten und Kulturbauten
  • Flexibilität bei der Sanierung: Austausch nur eines Fensters möglich

Varianten:

  • Gekoppelte Doppelfenster: Beide Flügel öffnen sich gemeinsam über einen Verbundbeschlag
  • Unabhängige Doppelfenster: Jeder Flügel wird separat bedient
  • Innenliegendes Doppelfenster: Selten, meist bei nachträglicher energetischer Verbesserung

Typische Einsatzorte:

  • Denkmalschutzobjekte mit Erhalt der historischen Fensteroptik
  • Städtische Wohnbauten aus den 1920er–1960er Jahren
  • Räume mit hoher Schallbelastung, z. B. an Bahnlinien oder Hauptverkehrsstraßen

Montage, Sanierung und Nutzung von Doppelfenstern

Der Einbau und die Sanierung von Doppelfenstern erfordern Sorgfalt und bautechnisches Know-how – vor allem im Hinblick auf Dichtheit, Wärmebrückenvermeidung und die Bedienbarkeit beider Flügel.

  1. Aufmaß und Planung: Rahmenabstände, Öffnungsrichtung und bauliche Einbindung erfassen
  2. Demontage (bei Sanierung): Bestehende Fenster vorsichtig entfernen oder einzelne Komponenten instand setzen
  3. Einbau neuer Doppelfenster: Außen- und Innenrahmen exakt in die Laibung setzen – auf Parallelität und Lot achten
  4. Abdichtung: Außen schlagregendicht, innen luftdicht – besondere Aufmerksamkeit gilt dem Zwischenraum
  5. Wartung und Pflege: Regelmäßiges Lüften des Zwischenraums verhindert Feuchtigkeitsprobleme

Hinweis: In Altbauten kann eine innenseitige Doppelfensterlösung eine Alternative zur Komplettsanierung sein. Dabei bleibt das Außenfenster erhalten, während innen ein modernes Isolierfenster ergänzt wird – ideal zur Kombination von Substanzschutz und Energieeffizienz.

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