Doppelkastenfenster

Doppelkastenfenster bestehen aus zwei hintereinanderliegenden Fensterrahmen in einer Laibung. Sie kombinieren erhöhten Schall- und Wärmeschutz durch einen Luftspalt zwischen den beiden Elementen und verbessern die Dichtigkeit. Häufig genutzt in Alt- und Neubauten für optimierten Energiekomfort und Lärmschutz, erfordern sie präzise Planung von Abstand, Rahmenaufbau und Entwässerung. Die nachfolgenden Abschnitte erläutern Funktionsprinzip, Varianten und Montage.
Doppelkastenfenster
Doppelkastenfenster

Doppelkastenfenster – Aufbau und Funktionsprinzip

Ein Doppelfenster setzt sich typischerweise aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Innerer Rahmen: Konventionelles Fenster mit Dichtung und Beschlag, innen anschlagend.
  • Äußerer Rahmen: Zweites, meist feststehendes Element oder öffnungsfähig, wetterseitig angeordnet.
  • Luftzwischenraum: Typisch 50–100 mm, wirkt als thermische und akustische Pufferzone.
  • Entwässerung: Separate Wasserabführung beider Rahmen zur Vermeidung von Feuchtigkeitsansammlungen.

Durch die doppelte Dichtungsebene und den Luftspalt erreichen Doppelfenster Schallschutzklassen bis RW,K = 45 dB und U-Werte ab 0,7 W/m²K.

Varianten und Einsatzmöglichkeiten

Doppelfenster werden in unterschiedlichen Ausführungen verbaut:

  • Fest-/Dreh-Kipp-Kombination: Außen feststehend, innen dreh-kipp für Lüftung und Reinigung.
  • Beide Elemente öffenbar: Innen und außen je nach Raumfunktion Lüftung möglich.
  • Materialien: Kunststoff-Kunststoff, Holz-Alu/Kunststoff oder Aluminium-Aluminium.
  • Schallschutzoptimierung: Variable Luftspaltbreiten und unterschiedliche Glasaufbauten für maximale Dämmung.
  • Denkmalschutz: Traditionelle Holz-Doppelfenster für historische Fassaden.

Die Wahl richtet sich nach Anforderungen an Lärmreduzierung, Wärmeschutz und denkmalpflegerischen Vorgaben.

Doppelkastenfenster

Planung und Montage von Doppelkastenfenstern

Für die fachgerechte Umsetzung beachten Sie folgende Schritte:

  1. Abstandsplanung: Luftspalt und Laibungstiefe prüfen, mindestens 50 mm Freiraum einplanen.
  2. Massaufnahme: Innen- und Außenrahmen separat vermessen – Breite, Höhe, Tiefe jeweils an drei Stellen.
  3. Rahmenkonfiguration: Profile und Entwässerungsniveaus so wählen, dass beide Rahmen unabhängig ablaufen.
  4. Montageablauf:
    1. Außenrahmen ausrichten, fixieren und abdichten.
    2. Innenrahmen mit entsprechenden Dichtbändern und Montageschaum einsetzen.
    3. Abstandskeile und Entwässerungsanschlüsse kontrollieren.
  5. Abschlusskontrolle: Funktionstest beider Flügel, Dichtheitsprüfung bei Regen und Schallmessung im Raum.

Eine präzise Montage sichert die Funktionalität und die bauphysikalischen Vorteile von Doppelfenstern langfristig.

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