Fenster nach uW-Wert bestellen

Der Uw-Wert beschreibt den gesamten Wärmedurchgangskoeffizienten eines Fensters (Rahmen + Glas + Abstandhalter) in W/m²K. Wer „nach Uw-Wert“ bestellt, definiert Energieziel und vergleicht Angebote objektiv. Wichtig: Uw hängt von Glas (Ug), Rahmen (Uf), Abstandhalter (ψg „warme Kante“) und vom Elementformat ab. Nachfolgend erhalten Sie klare Zielwerte, Spezifikationshilfen und Hinweise zur Montage, damit die zusagten Uw-Werte auch in der Praxis ankommen.

Fenster bestellen

Fenster nach Uw-Wert bestellen – Grundlagen & Zielwerte

Begriffe kurz erklärt:

  • Uw (window): Gesamtwert des Fensters inkl. Rahmen, Glas, Abstandhalter – maßgeblich für Energiebedarf.
  • Ug (glazing): Wärmedurchgang des Glases (z. B. 2- vs. 3-fach).
  • Uf (frame): Wärmedurchgang des Rahmensystems.
  • ψg (Abstandhalter): Randverbund („warme Kante“) reduziert Wärmebrücken.

Typische Zielbereiche (Orientierung):

  • Modernisierung gut: Uw ≈ 1,1–1,3 W/m²K (3-fach-Glas oft sinnvoll).
  • Modernisierung sehr gut / Neubau ambitioniert: Uw ≈ 0,9–1,0 W/m²K.
  • Niedrigstenergie/Passivhaus-Niveau: Uw ≤ 0,8 W/m²K (projektspezifisch prüfen).

Formatabhängigkeit beachten: Uw wird häufig für ein Referenzmaß ausgewiesen. Größere Glasanteile verbessern, kleine Elemente (viel Rahmenanteil) verschlechtern den Uw-Wert. Lassen Sie sich elementbezogene Uw-Berechnungen zusagen.

Weitere Komfortwerte: g-Wert (Solareintrag) für Sommerkomfort, Rw für Schallschutz, Sicherheitsanforderungen (ESG/VSG) je Einbausituation.

Spezifikation & Angebotsvergleich nach Uw

So schreiben Sie korrekt aus:

  • Ziel-Uw je Position angeben (z. B. ≤ 0,95 W/m²K) und elementbezogene Nachweise fordern.
  • Glas: Ug, Aufbau (2-/3-fach), Gasfüllung, „warme Kante“ (ψg mit Herstellerwert) benennen.
  • Rahmen: Profilserie/Bautiefe, Dichtungssystem, Uf angeben; Anteil Rahmen/Glas je Element (Ansichtsbreiten) beilegen.
  • Referenz & Rechenbasis: Rechenmethode, Randverbundwerte, Annahmen zum Anteil Rahmen/Glas klarstellen.
  • g-Wert-Ziel nach Orientierung/Sonnenschutzstrategie (z. B. Süd niedriger g, Nord höherer g).
  • Zusatzanforderungen: Schallschutz (Rw Ziel), Sicherheit (VSG/RC-Konzept), Dichtungs-/Kappenfarbe.

Angebote fair vergleichen (Checkliste):

  • Uw je Element (nicht nur Referenzmaß) mit Berechnungsblatt.
  • Ug, Uf, ψg transparent ausgewiesen („warme Kante“).
  • Ansichtsbreiten/Rahmenanteile identisch? → sonst Äpfel/Birnen-Vergleich.
  • g-Wert und Sonnenschutzlösung (außen/innen, Motorik) passend zur Orientierung.
  • Montagekonzept mit 3-Ebenen-Anschluss und reduzierter Einbau-Wärmebrücke (Anschlussdetail).

Muster-Formulierung:
„Fenster Kunststoff/Alu/Holz-Alu, Uw ≤ 0,95 W/m²K elementbezogen nachgewiesen, 3-fach-Glas Ug ≈ 0,5–0,7 W/m²K, warme Kante (ψg ≤ projektspez.), g-Wert gemäß Orientierung, inkl. Nachweis der Anschlusswärmebrücke.“

Planung, Einbau & Qualitätssicherung

Damit der zugesagte Uw auch „am Bau“ wirkt:

  • Einbaulage: Möglichst in/nahe der Dämmebene; AnschlusswärmebrückeInstall) durch Konsolen/Laibungsdämmung minimieren.
  • 3-Ebenen-Prinzip: innen luftdicht, Mitte dämmend, außen schlagregendicht & diffusionsoffen; Entwässerung sichern.
  • Schwellen & Fensterbank: Thermisch getrennt, wasserführend, mit Tropfkante; keine Kältebrücken.
  • Sonnenschutzstrategie: Außenliegend (Raffstore/ZIP/Markise) priorisieren; g-Wert passend wählen.
  • Schallschutz/Sicherheit: Asymmetrische Gläser (Rw), VSG in bodentiefen Feldern, ggf. HST bei exponiertem ESG.

Abnahme & Nachweise:

  • Elementbezogene Uw-Berechnungen, Produktdatenblätter (Ug, Uf, ψg) archivieren.
  • Fotoprotokoll der Anschlussdetails; optional Blower-Door-Begleitung für Luftdichtheit.
  • Funktions-/Dichtigkeitsprüfung, Nachstelltermin nach der ersten Heiz-/Kühlsaison.

Bestell-Checkliste (Kurzfassung):

  • Ziel-Uw je Position (elementbezogen), Ug/Ufg, g-Wert-Ziel.
  • Profilmaterial/Serie, Ansichtsbreiten (Rahmenanteil), Dichtungs-/Kappenfarbe.
  • Verglasung: 2-/3-fach, „warme Kante“, ggf. Schall/Sicherheit (VSG/ESG/HST).
  • Sonnenschutz (Art, außen/innen, Antrieb), Lüftungskonzept.
  • Montagepaket: Einbaulage, 3 Ebenen, Anschluss an Fensterbank/Raffstoreführung, Nachweise zur Anschlusswärmebrücke.

Praxis-Tipp: Bitten Sie um ein Vergleichsblatt, das für 3–4 typische Elementgrößen die berechneten Uw-Werte ausweist. So erkennen Sie, wie sich unterschiedliche Rahmenanteile und „warme Kante“-Werte auf Ihr Projekt auswirken.

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