Raumhohe Fenster

Bodentiefe Fenster reichen bis zum Fußboden und lassen besonders viel Tageslicht in den Raum. Sie schaffen optische Weite, bieten freie Ausblicke und sind ein zentrales Gestaltungselement moderner Architektur. Ob im Erdgeschoss mit Terrassenzugang oder im Obergeschoss mit Absturzsicherung – bodentiefe Fenster verbinden Innen und Außen auf elegante Weise.

Raumhohe Fenster

Merkmale und Vorteile raumhoher Fenster

Raumhohe Fenster – auch als Fenstertüren bezeichnet – verlaufen vom Boden bis zur Decke oder Brüstung und ermöglichen maximale Helligkeit sowie ein großzügiges Raumgefühl. Sie bestehen häufig aus feststehenden Verglasungen oder beweglichen Flügeln (z. B. Dreh-, Kipp- oder Schiebefenster).

Zentrale Vorteile:

  • Mehr Tageslicht: optimale Ausleuchtung auch in tieferen Räumen
  • Offene Raumwirkung: visuelle Verbindung zur Terrasse, zum Garten oder zur Umgebung
  • Moderne Optik: klare Linien, großflächige Fensterfronten

Sie werden besonders in Wohn- und Essbereichen, Wintergärten oder Giebelwänden verbaut und steigern die architektonische Qualität und den Wohnkomfort spürbar.

Varianten, Sicherheitsaspekte und bauliche Anforderungen

Raumhohe Fenster gibt es in verschiedenen Ausführungen – je nach Funktion, Einbauort und Designwunsch:

  • Mit Türfunktion: Als Terrassen- oder Balkontür nutzbar, z. B. mit Dreh-Kipp-Flügel oder Schiebemechanismus
  • Festverglasung: Für maximale Lichtausbeute ohne Öffnungsfunktion
  • Kombiniert mit Ober- oder Seitenteilen: zur flexiblen Gestaltung der Glasfläche

Sicherheitsaspekte:

  • Absturzsicherung: Ab einer Absturzhöhe von 60 cm ist ein Brüstungsgeländer oder Verbundsicherheitsglas (VSG) vorgeschrieben (Landesbauordnung beachten)
  • Einbruchhemmung: Einsatz von RC2-Beschlägen oder abschließbaren Griffen empfehlenswert – besonders im Erdgeschoss
  • Kindersicherheit: Fenstergriffe mit Sperrfunktion, Glas nach DIN 18008 Teil 4 für absturzsichernde Verglasung

Für barrierefreies Bauen sind Null- oder Flachschwellen mit rollstuhlgeeigneten Übergängen relevant – z. B. nach DIN 18040.

Planung und Montage raumhoher Fenster – Praxisleitfaden

Der Einbau raumhoher Fenster erfordert eine sorgfältige Abstimmung mit Rohbau, Abdichtung und ggf. dem Terrassensystem. Besonders die untere Anschlussfuge ist sensibel hinsichtlich Wärmedämmung und Feuchtigkeitsschutz.

  1. Aufmaß und Positionierung: Einbauhöhe exakt planen – insbesondere für die spätere Schwellenhöhe
  2. Unterbau vorbereiten: Tragfähiger, gedämmter Auflagerbereich mit Entwässerungsmöglichkeit (z. B. Rinne oder Gefälle)
  3. Rahmen montieren: Lot- und fluchtgerecht ausrichten, fest mit Baukörper verschrauben
  4. Verglasung einsetzen: Spannungsfrei verklotzen, ggf. mit Flügelheber bei schweren Elementen
  5. Abdichten: Innen luftdicht, außen schlagregendicht – mit Dichtfolien, Bändern oder Hybridabdichtungssystemen

Hinweis: Bei erhöhter Schlagregenbelastung (z. B. Wetterseite, exponierte Lage) ist ein vorgesetzter Wetterschutz oder tiefes Laibungsprofil ratsam. Auch der Anschluss an das WDVS muss sorgfältig geplant werden, um Wärmebrücken zu vermeiden.

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