Schallschutzklassen erklärt
Die Schallschutzklasse eines Fensters gibt an, wie gut es gegen Lärmbelastung von außen schützt. Besonders in der Nähe von Straßen, Bahngleisen, Flughäfen oder Industriegebieten ist eine wirksame Schalldämmung entscheidend für Ruhe und Lebensqualität. In Deutschland sind Schallschutzklassen in sechs Stufen genormt – je höher die Klasse, desto besser der Schallschutz.


Was sind Schallschutzklassen und wofür sind sie wichtig?
Schallschutzklassen sind genormte Einteilungen, die beschreiben, wie viel Außenlärm durch ein Fenster reduziert wird. Die Grundlage dafür bildet der sogenannte Rw-Wert – das bewertete Schalldämmmaß in Dezibel (dB).
Beispielhafte Einteilung:
Schallschutzklasse | Rw-Wert in dB | Lärmbelastung (Einsatzgebiet) |
---|---|---|
Klasse 1 | 25–29 dB | Ruhige Wohngebiete |
Klasse 2 | 30–34 dB | Normale Wohnstraßen |
Klasse 3 | 35–39 dB | Hauptverkehrsstraßen |
Klasse 4 | 40–44 dB | Stadtautobahnen, dichter Verkehr |
Klasse 5 | 45–49 dB | In der Nähe von Bahnlinien oder Flughäfen |
Klasse 6 | ≥ 50 dB | Extrem hohe Lärmbelastung |
Je höher der dB-Wert, desto besser wird der Lärm gedämmt – ideal für geräuschempfindliche Räume wie Schlafzimmer oder Büros.
Wie funktioniert Schallschutzverglasung?
Fenster mit Schallschutz bestehen in der Regel aus einer speziellen Verbundverglasung. Sie nutzen Unterschiede in Glasdicke, Scheibenabstand und teilweise Folien im Scheibenzwischenraum, um den Schall effektiv zu brechen und zu absorbieren.
- Asymmetrische Verglasung: Unterschiedlich dicke Glasscheiben zur Minimierung von Schallübertragung
- Schallschutzfolie: Integriert zwischen den Scheiben – absorbiert Vibrationen
- Größerer Scheibenabstand: Erhöht die Luftschalldämmung
- Gasfüllung (z. B. Argon): Verbessert zusätzlich Wärmeschutz und Schalldämmung
Auch der Fensterrahmen und die Dichtungen spielen eine Rolle: Eine hochwertige Verarbeitung verhindert, dass Schall durch Fugen oder Anschlüsse eindringt.


Welche Schallschutzklasse ist wann sinnvoll?
Die Wahl der richtigen Schallschutzklasse hängt von der Umgebung und dem persönlichen Ruhebedürfnis ab:
- Klasse 1–2: Ausreichend für ländliche Lagen oder ruhige Seitenstraßen
- Klasse 3: Empfehlenswert für Wohngebiete mit mäßigem Autoverkehr
- Klasse 4: Sinnvoll in der Nähe von stark befahrenen Straßen oder Stadtzentren
- Klasse 5–6: Notwendig bei hoher Dauerlärmbelastung – z. B. Bahntrassen, Flughäfen, Industrieanlagen
Tipp: Bei Modernisierungen lohnt sich der gezielte Einsatz höherer Schallschutzklassen besonders in Schlafzimmern und Ruheräumen. Hier sorgt gute Dämmung für gesunden Schlaf und weniger Stress durch Lärm.